Wegen Ausstellungsumbau bleibt das Kunstmuseum Singen geschlossen.
Mit »Krieg und Frieden«, dem einzig erhaltenen Wandbild von Otto Dix, das mit seinen Maßen von 5 auf 12 Metern zu den monumentalsten Werken gehört, die der Künstler geschaffen hat, ist Singen am Hohentwiel unter den baden-württembergischen Otto-Dix-Städten ein besonderes Reiseziel. Auch 2026 ist das Wandbild während der bundesweiten Sommerferien an den Wochenenden für Besucherinnen und Besucher geöffnet.
Die Bodenseehalbinsel Höri ist seit dem frühen 20. Jahrhundert ein Ort des künstlerischen Zusammenspiels. Hier lebten und arbeiteten Künstlerinnen und Künstler wie Hermann Hesse oder Walter Waentig, später u. a. Max Ackermann, Curth Georg Becker, Otto Dix, Erich Heckel, Walter Herzger und Rose Marie Schnorrenberg. Sie kamen auf der Suche nach einem nahen Paradies an den Bodensee, ersehnten Naturverbundenheit oder fanden ab 1933 Schutz an der Schweizer Grenze. Dabei entstanden Netzwerke persönlicher Beziehungen, verbindender Interessen und mitunter gemeinsamer Schicksale. Als offenes Netzwerk prägten die Höri-Künstler die Kunst- und Kulturlandschaft der Region nachhaltig: von der Höri über die »Singener Kunstausstellungen« ab 1947 bis hin zu Berufungen an die Kunstakademien in Stuttgart und Karlsruhe.
Die Ausstellung greift den Gedanken des Zusammenspiels auf und eröffnet zugleich einen neuen Zugang zu diesem besonderen Schwerpunkt der eigenen Sammlung. Im Erdgeschoss richtet sich die Ausstellung ganz bewusst auch an ein jüngeres Publikum und an Familien: Spielerische Stationen machen Kunst aktiv erfahrbar und laden zum Mitmachen ein. Begleitend erscheint das erste Kinderbuch des Kunstmuseums. Im Obergeschoss zeigt eine Auswahl von Arbeiten auf Papier die Vielseitigkeit der Höri-Künstler – ein Zusammenspiel von Zeichnungen, Druckgrafiken und Aquarellen.
Doch nicht nur die Höri-Künstler zeigen, welche Kraft im Zusammenspiel liegen kann: Auch Stadtbaumeister Hannes Ott und Oberbürgermeister Theopont Dietz prägten gemeinsam den städtebaulichen Umbau Singens in den Nachkriegsjahrzehnten und verbanden ihn mit großem Engagement für die Kunst. Ein Dokumentarfilm von Günter Vlieckx im ›Kubus‹ erzählt von Otts Wirken und schlägt die Brücke zu Otto Dix’ Wandbild »Krieg und Frieden« im Singener Rathaus.
Die Präsentation der »BONDS« im Museumsfoyer bildet den Auftakt zu Harald F. Müllers Ausstellung »CANTINA COMUNALE«, die am 11. Oktober 2026 eröffnet wird. Mit dem Erwerb eines »BONDS«, einer Anleihe, investieren Besucherinnen und Besucher in die Ausstellung und finanzieren zugleich eine Veranstaltung des Begleitprogramms mit. So verbindet Harald F. Müller Fragen von Teilhabe, gemeinschaftlichem Handeln und Stadtentwicklung mit der Frage, woran wir glauben und worin wir investieren.