Kunstmuseum Singen

Curth Georg Becker (1904-1972) im Kunstmuseum Singen
Odaliske, um 1947/49


Curth Georg Becker, Odaliske, um 1947/49
Öl auf Leinwand, 48 x 55,3 cm
Kunstmuseum Singen, (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2018


Neben Landschaft, Porträt und Stillleben bildete die Darstellung der menschlichen Gestalt im Kontext von Innenräumen im Schaffen von Curth Georg Becker ein gleichrangiges Hauptthema.

Das Gemälde offenbart eine deutliche Bezugnahme auf die legendären Odaliskenbilder von Henri Matisse, dessen Werk Becker zeitlebens bewunderte. Mit der Bildwelt und Stilistik des französischen Großmeisters war Becker durch Aufenthalte in Südfrankreich und den engen Austausch mit dem Matisse-Schüler Hans Purrmann bestens vertraut. Aus formalästhetischer Sicht steht das Bild in der kunstgeschichtlichen Tradition des Fauvismus und folgt damit einer Stiltendenz der Klassischen Vorkriegsmoderne: leidenschaftliche Überreizung des Fabgebung, impulsive Malweise und totale Verflächigung des Bildraums prägen die Bildsprache.

Curth Georg Beckers Bild ist exemplarisch für den Orientalismus in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Aus der intensiven Beschäftigung mit der licht- und farbsprühenden, vom Gegenständlichen abgerückten Formenwelt des Orients bezogen zahlreiche Künstler der Moderne stilprägende Impulse. Der Betrachter taucht ein in eine sinnenfrohe, geheimnis- und verheißungsvolle Bildwelt, erfüllt von eleganter Expressivität im Wechselspiel zwischen Figuration, Ornamentik und Abstraktion.

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