Kunstmuseum Singen

Liebe Freunde des Kunstmuseums Singen,
liebe Bürgerinnen und Bürger,

was hätten wir Ihnen an der Festveranstaltung zur Eröffnung unserer Jubiläumsausstellung »30 Jahre. Kunstmuseum Singen.« am Sonntag, dem 22. März 2020 gesagt – wenn denn die Eröffnung stattgefunden hätte?

Aktuell ist selbstverständlich auch das Kunstmuseum Singen auf der Grundlage der Allgemeinverfügung der Stadt Singen vom 13. März 2020 geschlossen. Auch wir leisten unseren Beitrag zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. Die Jubiläumsschau aber ist auf unseren beiden Ausstellungsflächen im Erd- und im ersten Obergeschoss aufgebaut und das Nachdenken über das Erreichte und das Vorausdenken über die weitere Zukunft Ihres Kunstmuseums findet statt – nicht zuletzt deshalb, weil sich die Stadt Singen seit längerer Zeit auf den Weg gemacht hat, ein neues Kulturleitbild »Singen KulturPur 2030« zu verabschieden.

Erfolgreich erreichte Ziele 1990 - 2014

Vor 30 Jahren, am 18. Mai 1990, wurde das Singener Kunstmuseum eröffnet. Damit wurde die umfangreiche, seit den legendären >Singener Kunstausstellungen< (1947 – 1972) angewachsene städtische Kunstsammlung in ein Museum überführt, >die< Kunst in der Stadt auf Dauer und an einem festen Ort sichtbar gemacht sowie erste Standards für die zukünftige Museumsarbeit formuliert. Zugleich steht das Singener Kunstmuseum am Ende einer Entwicklung, die in den 1980er Jahren, in der Ära des Ministerpräsidenten Lothar Späth, zu einem wahren Gründungsboom städtischer Museen und Galerien in ganz Baden-Württemberg führte. Wie im Land, so verband man auch in der Stadt Singen unterschiedliche Vorstellungen, Wünsche und Ziele mit der Gründung eines solchen Hauses. Wie der Name anzeigt – Kunstmuseum im Gegensatz zur seinerzeit häufigeren Benennung »Städtische Galerie« – stand in Singen das Zusammenführen und der Erhalt der städtischen Kunstsammlung im Vordergrund, die bis dato als sogenannter >Ämterschmuck< weit verstreut in unterschiedlichsten städtischen Räumen für die Bürger kaum zugänglich war.
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Leitbild und Ist-Stand 2020

Resümierend lässt sich sagen: Das Kunstmuseum Singen ist heute die zentrale, ständige, der Singener Bürgerschaft und dem gemeinen Nutzen verpflichtete Bildungs- und Freizeiteinrichtung, die im öffentlichen Auftrag moderne und zeitgenössische Kunst aus der Vierländerregion Bodensee und des deutschen Südwestens vermittelt. Das Museum arbeitet frei auf der Grundlage einer vom Gemeinderat verabschiedeten, schriftlich fixierten Konzeption. Diese wird in regelmäßigen Abständen überprüft und den Erfordernissen des gesellschaftlichen Wandels angepasst. Das Museum sammelt im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung Kunstwerke von Qualität und Relevanz nach festgelegten Kriterien und Schwerpunkten. Es bewahrt diese Kunstwerke konservatorisch, dokumentiert, erforscht und kontextualisiert sie, stellt sie aus und vermittelt die Erkenntnisse der eigenen wie weiterer Forschungen in Ausstellungen und mit geeigneten kunst- und museumspädagogischen Maßnahmen zielgruppengerecht an die Singener Bürgerschaft und eine erweiterte Öffentlichkeit, die des Kunstmuseums wegen Singen besucht.
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Verschränkung von Sammlungs- und Ausstellungskonzeption

Wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen hat die Verschränkung der Sammlungs- und Ausstellungskonzeptionen. Sammlungswesen und Ausstellungsbetrieb sind in Singen eng aufeinander bezogen. Den kunsthistorischen Hauptschwerpunkt bilden die Werke derjenigen Künstler, insbesondere der ›Höri-Künstler‹, die ab 1933 in der sogenannten >inneren Emigration< Exil am Bodensee fanden. Den zweiten Hauptschwerpunkt setzt die zeitgenössische, aktuelle Kunst aus / in der Vierländerregion Bodensee. Beide Hauptschwerpunkte werden, in Auswertung des vorgefundenen Sammlungsbestandes, flankiert durch die beiden Ergänzungsschwerpunkte: >Moderne Kunst im deutschen Südwesten< und > Das Landschaftsbild des Hegaus und des Bodensees<. Ausstellungen werden folglich aus dem Sammlungsbestand entwickelt; Werke aus Ausstellungen gehen in die weiter wachsende Sammlung ein.
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Bewahren und Vermitteln

Nicht nur in der Ausstellung »30 Jahre. Kunstmuseum Singen.«, ganz generell zeigt das Kunstmuseum Singen, eingedenk der europäischen Bildungstradition und Geschichte aller deutschen Museen, ein >Doppelgesicht<: Das Haus wendet sich mit seinem Sammlungsgut der erlebten Vergangenheit zu; mit seiner Vermittlungsarbeit hinein in die Öffentlichkeit und mit seiner Kunstförderung ist es auf die Gegenwart und perspektivisch auf die Zukunft ausgerichtet.

Einerseits orientiert sich das Singener Kunstmuseum an den Erfordernissen der im Haus gesammelten Kunst. In diesem Feld dient es – im Sinne des Kulturgutschutzes – der Bewahrung, der Dokumentation, der Erforschung und Kontextualisierung >seiner<, d.h. der ihm anvertrauten Kunstwerke. Andererseits möchte das Kunstmuseum Singen sein Sammlungsgut, aber auch bislang nicht bekannte Positionen, für die Bürgerschaft und eine breite Öffentlichkeit lebendig und erfahrbar machen. Zugespitzt formuliert: Wir wollen unsere >Schätze< nicht nur ins Depot setzen, sondern Funken aus den >Dokumenten> schlagen. Das Museum möchte also informieren, locken und unterhalten, Horizonte erweitern, das direkte Erleben von Kunstwerken sowie die Teilhabe an der Kunst ermöglichen.
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Zukunft und Perspektiven

Doch auch im Feld der Kunst- und Kulturvermittlung besteht die Verpflichtung der Institutionen, damit auch des Trägers, der Stadt Singen, die Formen der Aufbereitung und Vermittlung an den beobachteten gesellschaftlichen Wandel und an die Bedürfnisse, Kommunikationsweisen und Erwartungen der Besucher anzuschließen. Dass auch unsere Welt mit Riesenschritten in ein Zeitalter der Digitalität einmündet, dürfte niemand entgangen sein. Auch das Kunstmuseum Singen hat auf die sich wandelnden Sozialstrukturen und Lebensgewohnheiten der Gesellschaft ebenso zu reagieren wie auf die Entwicklung der sozialen Medien und der Informationstechnik.

Die größte Herausforderung ist aktuell die Digitalisierung aller Lebensbereiche und der fundamentale Wandel der Seh- und Wahrnehmungsgewohnheiten aller Besucher in allen Altersgruppen. Zugespitzt formuliert: Was (künftig) im Netz nicht vermittelt und nicht erreichbar ist, das wird nicht sein. Digital gestützte Dienstleistungen des Museums zur Erweiterung des Besucherradius sind daher in einer postmodernen Dienstleistungsgesellschaft als Basisleistungen und Services anzusehen – und nicht länger, wie in vielen Kommunen noch üblich, als Luxus.
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